Übersicht:

Thema: Grundsätze zum Paddel

- Ein- und Aussteigen im Kajak

- Grundschlag vorwärts

- Körperverspannung im Boot

- Bogenschlag vorwärts

- Bogenschlag rückwärts

- Ziehschlag vorn

- Flache Paddelstütze

 

Thema: Strömungsformen

- Kehrwasser  [- Begriffe] [- Entstehung] [- Gefahren]  

-Übungsformen [Kehrwasser anfahren] [Kehrwasser zur Fahrtverlangsamung] [aus Kehrwasser rausfahren]

- Wellen [- Entstehung] [- Begriffe] [- Gefahren] [ - Übungsform]  

- Walzen [- Entstehung] [- Begriffe]

- Prallhang [- Entstehung] [- Begriffe] [- Gefahren] [- Übungsform]

- Drall [- Gefahren] [- Übungsformen]                                          



Thema: Grundsätze zum Paddel


Ein- und Aussteigen im Kajak

- Das Heck zeigt beim Ein- und Aussteigen in Strömungsrichtung.

- Das Paddel wird hinter der Sitzluke auf das Boot aufgelegt, wobei das uferseitige Blatt mit der Zugseite auf dem Boden aufliegt.

- Die Wasserseitige Hand umgreift gleichzeitig Schaft und Süllrand, während man sich mit der anderen Hand auf den Paddelschaft stützt.

- Jetzt kann der Körper über das Boot gebracht werden, wobei das Gesäß auf dem hinteren Süllrand aufsitzt und die Beine ins Boot gebracht werden.

- Jetzt kann man sich in das in das Vorderschiff hineinschieben und setzen.

Wichtig: Gerade bei einer Kenterung sollte man bedenken, dass man von oben in das Boot eingestiegen ist. Deshalb muss man bei einer Kenterung nach unten aussteigen.

Also: Bei einer Kenterung aktiv nach unten heraustauchen! 

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Grundschlag vorwärts

Der Grundschlag vorwärts dient in der Regel zum Antreiben des Bootes in gradliniger Richtung. Dabei wird das Arbeitsblatt im rechten Winkel zur Bootlängsachse, mit gestrecktem Arm, möglichst weit vorn und dicht eingesetzt. Der Zug Erfolgt geradlinig und sollte den max. Krafteinsatz beim Anzug haben. Die Zugachse endet spät. in Körperhöhe, wobei das Blatt seitlich vom Boot weg ausgehoben wird. Während der Zugphase wird der Gegenarm mit der Hand in Augenhöhe durchgedrückt und geht in die Streckphase zu einem Vorwärtsschlag über.

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Körperverspannung im Boot

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Bogenschlag vorwärts

Der Bogenschlag ist einer am meisten angewendeten Steuerschläge zum drehen des Bootes. Das Arbeitsblatt wird bei gestrecktem Arm senkrecht zur Wasseroberfläche eingesetzt und von weit vorn in einer Kreisbewegung um den Körper herum nach hinten gezogen. Der Rumpf dreht dabei stark mit, das Blatt wird hinter dem Körper in der Bootsnähe nach oben ausgehoben. Die Gegenhand wird unter Schulterhöhe nach vorn geführt, der Schaft bleibt dabei flach.

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Bogenschlag rückwärts

Das Arbeitsblatt wird hinter dem Körper dicht am Boot leicht gegen die Wasseroberfläche angestellt. Der Druck erfolgt im Bogen um den Körper nach vorn, wobei das Blatt zunehmend zur Senkrechte angestellt wird. Rumpf dreht mit, Schaft bleibt flach, Aushub nach oben dicht am Boot.

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Ziehschlag vorn

Das Paddel wird mit gestrecktem Arm vor dem Körper  bootsfern eingesetzt, es wird etwas aufgedreht, d.h. die Blattinnenseite zeigt zum Bug. Der Paddelschaft steht steil und die Gegenhand befindet sich in Stirnhöhe. Das Blatt wird nach außen vorn zum Boot hin gezogen und in Bootsnähe mit der Blattinnenseite nach hinten gedreht. Am Ende des Ziehschlages steht das Arbeitsblatt wie zur Anfangsposition zum Grundschlag vorwärts.

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Flache Paddelstütze

Die flache Paddelstütze dient zum stabilisieren des Bootes. Sie ist daher gerade für Anfänger eine wichtige Hilfe zur Vermeindung von Kenterungen. Das Arbeitsblatt wird dabei in Körperhöhe senkrecht zur Bootslängsachse flach auf das Wasser aufgelegt oder bei Strömung leicht dagegen angestellt.

 

Stellung des Paddelschaftes in der Transversalebene:

a) steile Position b) mittlere Position c) flache Position

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Thema: Strömungsformen


 

Kehrwasser

Das Kehrwasser wird vom Kanuten benutzt um die Fahrt zu verlangsamen oder vor schwierigen Passagen anzulanden. Daher ist das sichere Anfahren von Kehrwasser eine wichtige Voraussetzung um Wildwasser befahren zu können.

Begriffe:

- Kehrwasserströmung: Strömung im Kehrwasser die im allgemeinen Flussaufwärts geht.

- Kehrwasserlinie: Linie zwischen Strömungszunge und Verschneidungszone

- Kehrwasserwand: Kehrwasserlinie bei Hochwasser oder hohem Geschwindigkeitsunterschied       Kehrwasser liegt tiefer als die Strömungszunge

- Verschneidungszone: Bereich in dem das Wasser teils vom Kehrwasser und teils von der Strömungszunge mitgerissen wird.

Entstehung:

Hinter einem Umströmten Hindernis entsteht ein Kehrwasser.

Gefahren:

- Im Kehrwasser treiben oder hängen Gegenstände die bei der Anfahrt nicht zu sehen sind.        (z.B.: Wurzeln, Bäume, usw.) Dies ist besonders bei Hochwasser zu erwarten.

- Im Kehrwasser liegen Seine direkt unter der Wasseroberfläche, die durch die geringe Strömung im Kehrwasser nicht zu sehen sind.

- Das Kehrwasser ist durchströmt, dadurch kann es nicht ereicht werden. Man kann dann unbeabsichtigt in Hindernissen die Flußab liegen, gedrückt werden. Verursacht werden solche Kehrwasser im allgemeinen dadurch, dass das Umströmte Hindernis nicht bis zum Grund geht. Dies ist besonders bei Hindernissen die in den Bach gefallen sind zu erwarten. (z.B.: Bäumen, Wurzeln, Beton- und Felsplatten)  

 

Übungsformen...

...Kehrwasser anfahren

- Kehrwasser wird von unten eingequert, dazu wird das Boot in der Strömung um 180° gedreht und hinter der Verschneidungszone wird dann durch vorwärts Paddeln mit Seilfähre eingefahren. Es können auch große Kehrwasser ohne Kanten angefahren werden.

häufigste Fehler: Die Drehung wird zu spät oder zu langsam durchgeführt.

- Kehrwasser wird von oben über die Verschneidungszone mit Konterschlag oder flache Paddelstütze angefahren. Paddelstütze wird in der Strömungszunge angesetzt in dem Moment wenn die Bootsspitze das Kehrwasser ereicht. Dabei muss das Boot Flußab aufgekantet werden.

häufigste Fehler: Es wird nicht ausreichend aufgekantet.                                                                      Der Konterschlag wird zu früh eingesetzt.

- Kehrwasser wird von oben über die Verschneidungszone mit Ziehschlag angefahren. Der Ziehschlag wird im Kehrwasser angesetzt. Dabei muss das Boot Flußab aufgekantet werden.

häufigste Fehler: Es wird nicht ausreichend aufgekantet.                                                                Der Ziehschlag wird in der Verschneidungs eingesetzt.

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...Kehrwasser zur Fahrtverlangsamung

- Während der Vorbeifahrt wird mit einem Bogenschlag rückwärts auf der, dem Kehrwasser abgewandte Seite, das Heck in die Verschneidungszone gesetzt.

Häufigste Fehler: Man befindet sich zu weit vom Kehrwasser entfernt.

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...aus Kehrwasser rausfahren

- Aus dem Kehrwasser wird mit Schwung über die Verschneidungszone in die Strömung eingefahren. Mit einem Ziehschlag Flußab wird die Drehung verstärkt. Dabei muss das Boot Flussauf aufgekantet werden. Falls statt dem Ziehschlag ein Konterschlag verwendet wird, muss man Steiler mit mehr Schwung in die Strömung fahren.

häufigste Fehler: Es wird nicht ausreichend aufgekantet.                                                                Der Schwung reicht nicht um über die Verschneidungszone zu kommen.

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Wellen

Entstehung:

- Stehende Wellen: Wellen die bezogen auf dem Ufer sich nicht weiterbewegen.

Begriffe:

- grüne Welle: Sind Wellen die sich nicht brechen, somit keine Schaumkronen haben z.B.: im Ein- und Auslauf eines Schwalls.

- Schwall: Ist eine Folge von Wellen in einer Strömungszunge.

- Endwellen: Sind die auslaufenden Wellen eines Schwalls.

- Brecher: Welle die sich flussauf überschlägt.

Gefahren

- Die Strömungszunge läuft auf ein Hindernis z.B.: Baum oder Prallwand auf.

Übungsform

- Queren der Strömungszunge

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Walzen

Entstehung: 

Wasser wird gestaut und fällt dann mit hoher Geschwindigkeit über ein Stufe. Im langsamen Unterwasser entsteht dann ein rückwärtiger Überschlag der wiederum den Abfall verstärkt.

Begriffe:

- Grundwalze:  Die Grundwalze ist eine gegenläufige Walze die meist mit überhängender Abfallkante in Bodennähe entsteht. (Klappenwehr)

- Deckwalze: Der Bereich der Walze der von oben zu sehen ist.

- Rücklauf: Der Bereich in dem das Wasser zurück in Richtung Abfall läuft.

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Prallhang

Entstehung:

- Der Hauptstromzug läuft direkt auf ein Felsenhindernis. 

Begriffe

- Grundwalze: Die Grundwalze wird dadurch erzeugt, das Wasser am Prallhang nach unten abgelenkt wird.

- Prallpolster: Das Prallpolster bildet sich direkt an dem Felsen, je größer das Polster, desto kleiner die Gefahr einer Unterspülung.

- Vorwelle: Die Vorwelle entsteht im Ablaufbereich der Grundwalze, je kräftiger die Vorwelle desto mehr Wasser geht am Hang nach unten. Die Vorwelle ist oftmals nur als unruhige Zone mit Pilzen zu erkennen.

Gefahren:

- Der Hang kann Unterspült sein.

- In der Unterspülung kann sich Treibgut verklemmt haben.

- In der Unterspülung kann sich ein Sifon gebildet haben.

Übungsform:

- keine ( Ein Prallhang sollte nicht im Training integriert werden.)

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Drall

Mit Drall ist spiralförmige Bewegung des Wassers in der Walze gemeint. Meistens geht der Drall in Richtung des Abflusses. Große Kehrwasser die die Walze speisen zeigen im allgemeinen die Drallrichtung an.

Saugloch: Der Abfluss der durch den Drall der Walze gespeist wird, geht an der Stelle wo rechter und linker Drall zusammenkommen nach unten über den Flussgrund.

Gefahren:

- Durch unterschätztem Rücklauf wird das Boot in dem Abfall quergeschlagen.

- Durch einen stark durchschäumten Rücklauf kann nicht richtig gepaddelt und gestützt werden, Boot taucht tief ein und wird in Abfallkante gedrückt.

- Im Bereich der Walze liegen Steine oder Blöcke auf dem Grund. Walze ist unruhig mit wenig Schaum. (Steckgefahr und schlecht zu Schwimmen)

- Die Walze hat keinen Ablauf an der Oberfläche, ein quergechlagenes Boot muss aus der Walze rauskentern. (Walzen zwischen zwei Felswenden oder Wehre mit seitlichem Betonwenden oder ein Saugloch)

Übungsformen:

- Auf Deckwalze anhalten und vorwärts queren.

- In Abfall quer einfahren und durch stützen zum Walzenabfluss fahren.

- Mit der Bootsspitze in den Abfall fahren.

                                                    

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